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MusikerInnen bei Spotting

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HÖRBAR ABSTRAKT
HÖRBAR ABSTRAKT
Freitag, 30.06.2006, Uhr 20:30
20:30
radio helsinki, 92,6 MHz + online: www.hoerbar.abstrakt.at

MP3: http://abstrakt.mur.at/HoA-20060630.mp3

Das Wagnis.
*Wer Großes wagt, setzt unvermeidlich seinen Ruf aufs Spiel.* - Luc de Vauvenargues, Nachgelassene Maximen
Nicolas Sfnitescu, Ezechiel Pailhés, Thibault Frisoni und Alexandre Authelain wagen das Unmögliche: Unter ihrem Projektnamen Nôze verbinden die vier jungen Franzosen experimentelle Elektronik, Klänge manipulierter Blasinstrumente und präparierte Piano- Sounds mit knochenharten Dancebeats wie Daft Punk zu ihren allerbesten Zeiten. Nachzuhören ist diese abenteuerliche Mischung auf ihrem soeben erschienenen, zweiten Longplayer *How To Dance*, den wir mit Freuden in der aktuellen Sendung ausführlich vorstellen.
Selbst in der musikalisch sehr liberalen Ära des Postpunk sprengte die in San Francisco beheimatete Chaos- Truppe Chrome alle Genre- Grenzen; ihre kurzen Songs waren ein Wagnis aus Punkriffs, eingespielten Samples, kruden Synthsounds, effektbeladenem Gesang und maschinenhaftem Drumming. Zu Recht zählt diese heute schon nahezu vergessene Kultformation zu den klassischen Vorvätern des in den 1980ern einsetzenden Industrial- Booms. Wir würdigen Chrome mit den seltsamsten Tracks ihrer vor einigen Jahren erschienenen CD *Anthology 1979-1983*.
Der amerikanische Komponist Morton Feldman (1926 - 1987) ist heutzutage oft eher für seine gewagten (und meist ärgerlichen) Statements bekannt wie z.b. *Wenn ich New York verlasse, bin ich in der dritten Welt* oder *Wenn man nach China geht und dort chinesisch gesprochen wird, sagt man nicht daß die dort dumm sind- ich schon; ich denke das jeder englisch sprechen sollte, sonst denke ich, daß da etwas nicht stimmt.* Wenn man Feldman nur als den polternd- dummdreisten Ami mit den dicken Brillengläsern und der dröhnenden Stimme wahrnimmt (der er ja war), sollte man außerdem aber verstehen, daß er in Wahrheit ein einsamer, aus unerfüllter Liebe zu seinem Idol und Meister John Cage zutiefst verbitterter und hochsensibler Mensch war. Am besten spiegelt sich diese zerbrechliche Innenwelt in seinen zahlreichen Kompositionen, die einerseits zu ihrer Zeit die Mechanismen der jahrhundertealten, europäischen Kompositionstechniken vollkommen außer Kraft setzten, und zum anderen noch heute durch ihren schier unentrinnbaren Irrgarten an Klangfächen, -formen und auch durch ihre (gefürchtete) Länge faszinieren. Ein besonders perfektes Beispiel von Morton Feldman´s Komponierkunst bekommt ihr in der zweiten Stunde von Hörbar Abstrakt zu hören: *For Samuel Beckett* für 23 Spieler, komponiert im Jahr 1987, die letzte Komposition vor seinem frühen Tod.
Hörbar Abstrakt, am 30.06. 2006 von 20.30 - 22.30 Uhr auf den Grazer Frequenzen von Radio Helsinki 92,6 MHz oder im Internet via Stream unter www.hoerbar.abstrakt.at. Eine Wiederholung der Sendung könnt ihr jeden Mittwoch ab 0.00 auf Radio Helsinki hören.